Die Spitäler Schaffhausen befinden sich in einem umfassenden Modernisierungsprozess. Ziel ist es, die medizinische Qualität, Patientensicherheit und betriebliche Effizienz zu stärken. Infrastruktur, Technik und integrierte Services rücken dabei in den Fokus der strategischen Führung.
Strukturen und Prozesse stossen an Grenzen
Die bestehenden Gebäude stammen aus den 1950er- und 1970er-Jahren. Technik, Raumaufteilung und Abläufe entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. «Zudem haben sich die medizinischen Prozesse mittlerweile radikal verändert», sagt Gattiker. Während Patientinnen und Patienten früher für gewisse Eingriffe wochenlang hospitalisiert waren, sind heute deutlich kürzere Aufenthalte und eng getaktete Abläufe die Regel.
Im Spitalneubau werden die Funktionsbereiche neu angeordnet, Wege verkürzt und medizinische Einheiten zusammengeführt. Das erhöht die Effizienz und die Patientensicherheit. Das Projekt ist das Ergebnis einer langen Planungsphase, in der das Projekt mehrfach optimiert wurde. Im Herbst 2025 sagten schliesslich rund 85 Prozent der Schaffhauser Stimmberechtigten Ja zur finanziellen Unterstützung durch den Kanton und gaben damit grünes Licht für das Vorhaben.
Transformation im laufenden Betrieb
Der Spatenstich für das Parkhaus mit Energiezentrale erfolgt im Juni 2026, jener für den Spitalneubau im Sommer 2027. Erst wenn der Neubau vollständig in Betrieb genommen ist, beginnt die Instandsetzung des Altbaus aus den 50er-Jahren und danach der Rückbau des Betongebäudes aus den 70er-Jahren. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung bleibt so jederzeit gewährleistet.
Dieser Transformationsprozess verlangt Präzision – auch von den Partnern, beispielsweise im Facility Management. Reinigung, Logistik, Energieversorgung und technische Services müssen jederzeit stabil funktionieren und sich flexibel an die veränderte Situation anpassen. «Für uns sind Partner dann besonders wertvoll, wenn sie uns dort unterstützen, wo wir als Organisation nur mit kleinen Teams unterwegs sind», so Gattiker. Bei Engpässen oder kurzfristigen personellen Anpassungen sei eine professionelle Skalierbarkeit entscheidend.
«Partnerschaft heisst für mich, dass beide Seiten profitieren und jeder Partner die ihm zugeteilte Verantwortung für das Ergebnis trägt.»
Dr. med. Andreas Gattiker
CEO Kantonsspital Schaffhausen
Starke Partnerschaft für stabile Abläufe
Die Zusammenarbeit zwischen den Spitälern Schaffhausen und ISS besteht seit vielen Jahren. Für Gattiker ist sie gelebter Alltag: «Die Mitarbeitenden von ISS gehören für uns zum Haus. Sie sind Kolleginnen und Kollegen.» Gerade in einer Phase des Umbruchs gewinnt diese enge Kooperation an Bedeutung. Es braucht kompetente Partner, die nicht nur ihre Services erbringen, sondern auch mitdenken und wenn nötig neue Ideen und Lösungen einbringen. «Partnerschaft heisst für mich, dass beide Seiten profitieren und jeder Partner die ihm zugeteilte Verantwortung für das Ergebnis trägt», so der CEO. Standardisierte Abläufe, lückenlos dokumentierte Prozesse und eine flexible Ressourcenplanung schaffen die nötige Stabilität in einer Phase, in der sich Rahmenbedingungen laufend verändern.
Nachhaltigkeit als Leitprinzip
Spitäler sind energieintensive Gebäude. Bildgebende Geräte, Kühlung und Lüftung benötigen grosse Mengen an Strom. «Ein Spital muss mehr kühlen als heizen, da wir selbst sehr viel Wärme produzieren», erklärt Gattiker. Entscheidend ist ein durchdachtes Energiemanagement, das ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Tragbarkeit verbindet.
Die Modernisierung der Gebäude erfolgt nach dem Minergie-P-Standard. Zudem strebt das Spital das Goldlabel für Gesundheitsbauten der DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) an. Photovoltaikanlagen, Erdwärme, Recyclingbeton und flächeneffiziente Raumkonzepte gehören zu den zentralen Elementen.
Versorgungssicherheit für ganze Region
Parallel zum Bauprojekt verfolgt das Spital ambitionierte Ziele: Innerhalb von zwei Jahren sollen die internen Prozesse im Hinblick auf den Neubau effizienter werden. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine Herausforderung. Als grenznahes Spital profitiert Schaffhausen von Mitarbeitenden aus Deutschland, doch langfristig sind attraktive Arbeitsbedingungen und eine moderne Infrastruktur entscheidend.
Andreas Gattiker blickt zuversichtlich auf die kommenden Jahre: «Wenn wir moderne Prozesse, nachhaltige Technik und engagierte Menschen zusammenbringen, verfügen wir auch künftig über ein Spital, das unserer Region langfristig Sicherheit bietet.»
Spitäler Schaffhausen
Die Spitäler Schaffhausen sind der Gesundheitsversorger des Kantons und der Region Schaffhausen. Dazu gehören das Kantonsspital, das Psychiatriezentrum Breitenau, der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst, die Praxen Radiologie und Kardiologie Posthof in Neuhausen sowie die Praxis Neurologie Schaffhausen Zentrum. Insgesamt beschäftigen die Spitäler Schaffhausen über 1'700 Mitarbeitende. Jährlich werden im Kantonsspital über 10’000 stationäre Patientinnen und Patienten sowie über 80’000 ambulante Behandlungen betreut.
www.spitaeler-sh.ch